Energieverbrauchskennwert: 248 normal??

Hier geht es um den verbrauchsorientierten / bedarfsorientierten Energieausweis (Energiepaß) – Kosten, Formulare, Energieeinsparverordnung (EnEV), usw.
Antworten
rmp
Ist neu hier!
Beiträge: 5
Registriert: 11.11.2008, 10:33

Energieverbrauchskennwert: 248 normal??

Beitrag von rmp » 11.11.2008, 10:42

Hallo liebe Forumsmitglieder

Ich möchte eine DHH erwerben,Baujahr 1969 mit 220 m²
Gesamtwohnfläche.(EG 120,DG 100m²)
Der Energieausweis liegt mir schon vor,nur weiss ich nicht
viel damit anzufangen,da keine Vergleichswerte bestehen.
Im Internet steht,bei Gebäuden grösser als etwa 240 ist dringender
Sanierungsbedarf vorhanden.
Nun wollte ich fragen ob mir jemand sagen kann,ob der Wert von
248 zu hoch für dieses Gebäude ist.
Das ist ein verbrauchsorientierter Energieausweis.
Vorlagen sind Verbrauchserfassung Heizung und Warmwasser der letzten 4 jahre,mit Stückholz.(EG hat auch Kachelofen)
Dazu muss ich sagen,im Gebäude haben ein älteres Ehepaar gewohnt,der Mann sehr krank gewesen,und jetzt verstorben.

Wäre nett wenn Ihr mir helfen könntet.

mit freundlichen Grüssen

RMP

Ralle
Ist schon lange dabei!
Beiträge: 210
Registriert: 17.04.2008, 22:40

Energieverbrauchswert

Beitrag von Ralle » 11.11.2008, 15:20

Hallo RMP,

also mit einem Energieverbrauchswert einer Immobilie, die fast 40 Jahre alt ist, von 248 kommst du eigentlich schon noch ganz gut klar. Ein kfw 40 Haus hat einen Wert von 50 und ein immer noch gut isolierter Neubau von 100. Altbauten bewegen sich in einer Spanne zwischen 150 und 300. Erst weit darüber hinaus, so ab 350 bis 400 ist Renovierungsbedarf gegeben. Du wirst also nicht einen Energieverbrauch haben, wie ein super gut isoliertes neues Gebäude, aber auch nicht so einen hohen, wie ein älteres, nicht renoviertes Gebäude.

Ich denke mal, dass du damit, dass die bisherigen Besitzer schon älter sind und der Mann sogar krank war, willst du sagen, dass es bestimmt immer warm im Haus war, oder? Also ergibt sich der Energieverbrauch doch vermutlich aus einem sehr gut geheizten Haus.

LG
Ralle

rmp
Ist neu hier!
Beiträge: 5
Registriert: 11.11.2008, 10:33

Beitrag von rmp » 11.11.2008, 16:38

Ja Ralle,das vermute ich das sie auch ordentlich geheizt haben.
Ein Jahresdurchschnittsverbrauch von 46000 kwH haben die in den letzten 3 Jahren gehabt.

rumor
Wohnt hier!
Beiträge: 478
Registriert: 25.09.2008, 23:01

Beitrag von rumor » 12.11.2008, 10:41

Ein wert von 100 kWh/m²/a ist laut enev für gebäude zwischen 1975 und 1985 vorgesehen!!! ein wert über 200 ist eigentlich fast schon fahrlässig! neubauten liegen IMMER unter 60, sonst gibts keine baugenehmigung! Wenn du es genau wissen willst schick ich gern nen enev-auszug, oder du liest es selbst nach. Oder du holst dir nen energieberater.

2. Kannste den verbrauchsausweis in der pfeife rauchen, oder in diesem fall zum heizen nehmen, da machter mehr sinn. Lass dir auf jeden fall nen bedarfsausweis rechnen, auch wenns was kostet, erst dann hasste sicherheit.

Wenn noch fragen sind, schreib mir gerne

rmp
Ist neu hier!
Beiträge: 5
Registriert: 11.11.2008, 10:33

Beitrag von rmp » 12.11.2008, 11:16

Danke rumor

Ich weiss,das der Verbrauchsausweis nicht soviel taugt.
Wie gesagt,er kam mir ziemlich hoch vor,was du bestätigst.
Ich habe gestern mit einem Energieberater gesprochen,der sagte mir,
das der Wert durchschnittlich ist,er hätte Gebäude aus diesem Baujahr 1969 auch schon mit Werten von 350 gesehen.
Ich denke halt,das die älteren Leute viel geheizt haben
und der Wert deshalb auch hoch ist.
Es könnte natürlich auch sein,das sie sparsam geheizt haben,und
trotzdem der Wert so hoch ist.
Ein Bedarfsausweis wäre da schon viel aussagefähiger,da hast du
Recht.
Nur kann ich ja vom Verkäufer keinen bedarfsorientierten verlangen.Oder kann ich es doch??
Wie gesagt das Haus ist Baujahr 1969
Ich habe einen verlangt,und er hat mir den günstigen machen lassen

rumor
Wohnt hier!
Beiträge: 478
Registriert: 25.09.2008, 23:01

Beitrag von rumor » 12.11.2008, 21:48

350 kann gut sein bei bj 69, 250 ist da wirklich fast normal.

Verlangen kannste nen bedarfsausweis nicht, aber ich sags mal so wie ichs meinen kunden sag:

Die Bude kostet bestimmt mehr als 60.000€ oder? Da sollte das geld für nen energieberater (oder nen heizungsbauer/architekt mit entsprechender qualifikation) einfach mitbezahlt werden. wenn du das gebäude sanieren willst, bzw wahrscheinlich musst wäre ein berater sowieso angesagt.

Den derzeitigen Wärmebedarf, also nicht das was in ausweis steht, sollte dir ein Heizungsbauermeister wenigstens überschlägig errechnen können.

Aber vielleicht kann ich dir auch n bissle weiterhelfen.
Ist ne dämmung vorhanden?
Wie alt und was für fenster?
Dach gedämmt?
Zentralheizung?
Was hasste du vor und was gibt dein geldbeutel her?
Wer ist der nachbar? Könnte man vielleicht mit dem zusammenarbeiten?

Diese fragen solltest du dir stellen.
Ich geh mal davon aus das keine dämmung vorhanden ist, dafür sollten bei 248 die fenster wenigstens n bissle was taugen.

Das thema ist extrem vielfältig und eigentlich blicken nur experten wirklich durch.
Deshalb nochmal mein tipp: lieber nen tausender für nen berater hinlegen als hinterher 50.000€ Bauschutt gekauft zu haben. Es kommt oft vor das sich sanieren einfach nicht lohnt! Dann kannste natürlich den preis gewaltig drücken.

rmp
Ist neu hier!
Beiträge: 5
Registriert: 11.11.2008, 10:33

Beitrag von rmp » 13.11.2008, 18:50

Hallo Rumor

zu dem Objektpreis:
der Kaufpreis beträgt 250000 euro.
Du lagst ganz richtig mit deinen Vermutungen
Eine Dämmung vom Haus ist nicht vorhanden
Das Dach ist auch nicht gedämmt.
Die Fenster sind 3 jahre alt.
Eine Gaszentralheizung ist vorhanden.
Zu dem was der Geldbeutel hergibt:

Ich will,zumindest die ersten paar Jahre,nicht mehr soviel in das
Objekt stecken müssen.Dafür ist der Kaufpreis für mich einfach am oberen Limit.

Das erste was ich machen müsste,ist das ich getrennte Wasserleitungen bzw.Zähler in den Wohnungen anbringen lassen müsste,da ich die obere Wohnung vermieten möchte.

Wie meinst du das mit dem Nachbarn zusammenarbeiten???

mfg

rumor
Wohnt hier!
Beiträge: 478
Registriert: 25.09.2008, 23:01

Beitrag von rumor » 13.11.2008, 21:36

Also, als erstes:
Das mit dem nachbarn war so gemeint das man z.b. ne gemeinsame heizanlage einbaut, dadurch verdoppelt sich das kapital und demenstsprechend auch die einsparmöglichkeiten.

Mein tipp für dich wäre: Lass dir nen Ausweis rechnen. Wenn die fenster 3 jahre alt sind sollten es ganz gute sein. Das dach n bissle nachdämmen kannste auch selbst, muss ja nicht perfekt sein für den anfang. Und die sache mit den wasseruhren muss auch nicht gleich sein, das kannste ja erstmal nach m² oder personenzahl abrechnen...

Wenn ne heizung drin ist gibts erstmal n paar sachen mit denen du recht günstig ziemlich viel bewirken kannst:
Hydraulischer abgleich, Hocheffizienzpumpe, Aussentemperaturregelung und richtige einstellung der regelung.
Dach n bissle dämmen, ALLE freiliegenden Rohre Dämmen, Energiesparlampen einbauen, günstigen strom und gasanbieter nehmen.

Das sind zwar nur kleinigkeiten, aber allein mit den modifikationen an der regelung und dem abgleich kannste 2-10% sparen !

Sprich doch mal mit nem energiebarater oder dem heizungsbauer deines vertrauens, die helfen dir da sicher gerne weiter

rmp
Ist neu hier!
Beiträge: 5
Registriert: 11.11.2008, 10:33

Beitrag von rmp » 14.11.2008, 15:14

hallo

Danke für die vielen Tips rumor.
Ich habe gestern mit einem Sachverständigen gesprochen,der
sich das haus mal anschauen wird.
Zu dem Energiepass hat er sich nicht positiv geäussert,
er hat gemeint das wär ne katastrophe.
Und er sagte,das die Skala,wo man vergleichen kann getürkt ist.
Dort steht z.B.ein Mehrfamilienhaus Durschnittswert von 300.
Er hat gemeint das stimmt so nicht.
Nun weiss ich nicht was ich davon halten soll.
Was hälst du eigentlich vom Preis?
Ich meine das ist ein 40 jahre altes gebäude,mir kommt der preis schon fast zu hoch vor.

Das Objekt befindet sich in Stockstadt a.M.,bei Aschaffenburg

Antworten