Energiesausweis zu Haus Bj.1912

Hier geht es um den verbrauchsorientierten / bedarfsorientierten Energieausweis (Energiepaß) – Kosten, Formulare, Energieeinsparverordnung (EnEV), usw.
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benni_84
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Energiesausweis zu Haus Bj.1912

Beitrag von benni_84 » 08.09.2014, 11:31

Hallo zusammen,

ich bin neu hier im Forum und habe auch schon diverse Posts durchforstet.
Natürlich habe ich auch gleich eine Frage bzgl. des Energieausweises.

Wir beabsichtigen den Kauf eines Hauses Baujahr 1912, 130m² Wohnfläche. Das Haus ist komplett mit Nachtspeicherheizung ausgestattet. Nach meiner Einschätzung aus den 90er Jahren. Diese sollen definitiv raus.

1) Im Energieausweis wird als Endenergieverbrauch des Gebäudes mit 129kwh/m² angegeben.
Berechnung:
129kwh * 130m² * 1,2 = 20.124 KWH
Ich benötige also zum Heizen des Hauses bei 130m² Wohnfläche im Schnitt bzw. als Richtwert 20.124kwh im Jahr.
Frage: Ist diese Annahme richtig?

2) Als Modernisierungsmaßnahmen werden im Energieausweis vier Punkte vorgeschlagen:
a) Dämmung des Dachfußbodens
b) Dämmung der Außenwände
c) Austausch der Fenster
d) Einbau einer zentralen Heizungsanlage

Frage:
Die Maßnahmen a) bis c) hätten doch letzendlich Auswirkung auf den Endenergieverbrauch (129kwh/m²)?

Abschließende Frage:
Verstehe ich es richtig, dass wenn ich nicht weiter Dämme oder Fenster tausche und "nur" eine neue Zentralheizung einbaue bei ca. 20.000 / 21.000 kwh im Jahr lande?

Unsere Befürchtung ist, dass eine neue Heizung verbaut wird und wir aufgrund von fehlender Dämmung die Energie zum Dach/Fenster hinaus blasen. Aber 129kwh/m² scheint mir für eine Bestandimmobilie noch davor von 1912 ein sehr ordentlicher Wert zu sein.

Besten Dank vorab für eure Antworten!

my Pellet
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Re: Energiesausweis zu Haus Bj.1912

Beitrag von my Pellet » 16.11.2014, 15:27

Hi Benni,

ich denke aktuell auch über den Kauf eines Hauses von 1930 nach und da würde ich auch definitiv die Heizungsanlage von Öl auf Pallets umrüsten lassen.. Aber ich habe mich bisher auch noch nicht ausreichend mit dem Thema Energieausweis beschäftigt.

Was ich dir aber sagen kann:
Die Punkte a-c haben Auswirkungen. Allein durch ungedämmte Dachböden und Kellerdecken gehen dir 20 % der Heizenergie verloren. Bei den Fenstern sind es glaube 'nur' 15 %. Der Rest durch ungedämmte Außenwände. Wenn du also dein Haus schön warm einpackst, kannst du davon ausgehen, dass deine Heizkosten sinken. Soweit so gut, aber!
Packst du dein Haus jetzt dicht ein, brauchst du entweder zwangsbelüftete Fenster, die dir die Luft im Innenraum umwälzen und austauschen oder du musst ca. 8x am Tag lüften... Folgende Problematik stellt sich jetzt nämlich:
Das Haus von 1912 wurde damals so gebaut (ob man es wusste oder nicht), dass es die Feuchtigkeit im Innenraum und aufsteigende Feutigkeit aus dem Erdreich und alles es noch an Feuchtigkeit in so einem Haus geben kann quasi selbstregulierend nach außen abgegeben wird. (Viele Leute sagen das Haus atmet) [ich glaube der Ausspruch 'never touch a running system' passt hier ganz gut]
Packst du jetzt aber Dämmung und dichte Fenster an deine Außenwände, kann sich das nicht mehr regulieren! D.h. die Feuchtigkeit bleibt in eurem Wohnraum und ich 2 Jahren stellst du hier die Frage was du gegen all den aufkommenden Schimmel machen kannst...

Mein Tipp hierzu:
Lass dich sehr gut beraten, wenn du das machen lässt. Unsinnig ist es nicht, aber bitte bedenke was du deiner Bausubstanz antust. Eine Wärmedämmung oder energetische Sanierung funktioniert sicherlich gut, aber nur wenn eben geklärt ist was mit all der Feuchtigkeit der z.B. Atemluft oder aufsteigender Feuchte passiert. Wenn dir nämlich Feuchte aufsteigt un du dein Haus warm und dicht einpackst klettert die Feuchtigkeit so lange weiter, bis sie einen Ausweg findet und das ist dann in deinem Innenraum. Und im Zweifel merkt ihr das erst dann wenn es bei euch anfängt zu schimmeln.

...Schimmel entsteht sicherlich auch bei ungedämmten Fassaden, aber das ist dann meist auch wieder ein Problem der Belüftung, bzw. des Heizverhaltens.

Das soweit nur mal als Denkanstoß ;)

schumes
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Re: Energiesausweis zu Haus Bj.1912

Beitrag von schumes » 16.11.2014, 18:48

bei einer Sanierung sollte man immer mit der Dämmung und fenster beginnen ,wenn nämlich erst die Heizanlage gewechselt wird und erst später gedämmt wird ist diese viel zu groß. für eine Dämmung würde ich was "atmungsaktives" vorschlagen kostet zwar mehr hat aber nachher nicht das feuchteproblem wie bei Styropor . eine lüftungsanlage mit wärmerückgewinnung währe auch eine super infestition da man den Wärmeverlust über öffene fenster verringert.

die Energie die nicht erzeugt werden muss ist am besten für Umwelt und geldbeutel

my Pellet
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Re: Energiesausweis zu Haus Bj.1912

Beitrag von my Pellet » 17.11.2014, 19:08

schumes hat geschrieben:die Energie die nicht erzeugt werden muss ist am besten für Umwelt und geldbeutel
Das ist wohl wahr! Da bin ich voll bei dir *thumbs up*

An welchen diffusionsoffenen Dämmstoff denkst du hierbei?

schumes
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Re: Energiesausweis zu Haus Bj.1912

Beitrag von schumes » 19.11.2014, 16:48

da kannst du eigentlich alles nehmen wo man oben wasser drauf schüttet und es dann unten wieder raus kommt (Steinwolle, hanf-oder holzfaserdämmplatten,sogar Stroh ) die sind zwar alle etwas teurer aber man hat normalerweise keine feuchteprobleme weil das haus weiter atmen kann. Stroh wird etwas dick werden da es in ballenform mit ca 40cm doch etwas wuchtig ist dann noch putz oder Holzverkleidung davor wegen niederschlagsabweisung . man kann aus den ältesten Häusern mit den schlechtesten werten durch gezielte masnahmen super häuser machen bei denen auch das wohnklima stimmt, aber man müsste sich das alles von Fachleuten ansehen lassen denn jedes alte haus hat irgendwo seine tücken die man in ferndiagnose nicht erkennt.

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