Mit Eco-Power in die Fehlinvestition/ BhkW

Dieses Forum hat das Thema Blockheizkraftwerke zum Inhalt. Was ist das Besondere an ihrer Funktion, eignen Sie sich bereits für den Einsatz in einem Einfamilienhaus, und wenn ja, mit welchen Kosten ist zu rechnen?
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Heißluft
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Mit Eco-Power in die Fehlinvestition/ BhkW

Beitrag von Heißluft » 31.05.2015, 09:43

Wie wir mit dem Vaillant-Blockheizkraftwerk 60.000 Euro verheizt haben

„Das gute Gefühl, das Richtige zu tun“ (Vaillant-Werbung) – oder: wie mit dem Vaillant-Blockheizkraftwerk Ecopower im wahrsten Sinne des Wortes 60.000 Euro verheizt wurden.
Das Hotel in Düsseldorf hat 100 Zimmer und kann bis zu 150 Personen beherbergen. Der Energieverbrauch ist entsprechend hoch und der Wunsch, diesen durch moderne Technik zu senken, naheliegend.
Wir, die Hotel-Eigner, haben sich intensiv mit der Thematik beschäftigt und sind dennoch den positiven Energie-Einsparungs-Berechnungen auf den Leim gegangen.
Vaillant-Aussage: „Durch ein Blockheiz-Kraftwerk lassen sich Energiekosten um bis zu 30 % reduzieren! So viel können Hoteliers an keiner Stelle sparen.“
Natürlich wurde diesen Sprüchen nicht blind vertraut, und deshalb ließen sich die Hotel-Eigner von einer Heizungs-Fachfirma, die auch den Einbau des Vaillant- Blockheizkraftwerks im Hotel durchführte, ein schriftliches Angebot unterbreiten. Die Berechnungen über das Energie-Einsparpotenzial durch den Einsatz eines Blockheizkraftwerkes wurden von Vaillant durchgeführt und dem Angebot der Anlagen-Firma als Angebotsgrundlage beigefügt.

Aktuelle Energiekosten im Hotel, im Jahr 2010:
Brennstoffkosten (Gas) 15.000 Euro
Stromkosten 13.800 Euro
==========
Jährliche Energiekosten 28.800 Euro

Nach Berechnungen der Firma Vaillant von Brennstoffverbrauch, Brennstoffkosten,
Vollbenutzungsstunden, Betriebskosten, Wartungskosten, Rest Strombezug und
Energierückerstattung senkten sich die jährlichen Energiekosten durch den Einsatz
von Ecopower auf 21.500 Euro, so dass die Firma Vaillant in riesigen Lettern verkündete:
„Ihre Kosteneinsparungen betragen 7.279 Euro jährlich.“
Ein Narr, wer da nicht sofort zuschlägt, zumal auch noch ein Zuschuss in Höhe von 9.540 Euro vom Bundesamt für Wirtschaft und Kontrolle (BAFA) in Aussicht gestellt wurde und die vorhandene Heizungsanlage ohnehin erneuerungsbedürftig war. Der Antrag für die Gewährung eines Zuschusses für die Mini KWK-Anlage wurde am 8. Februar 2010 beim BAFA gestellt. Am 17. Mai 2010, also gut 3 Monate später, stellte das Bundesamt fest, dass seit dem 31. Juni 2009 (!) keine Förderungsmittel mehr zur Verfügung stehen. Es ist schon erstaunlich, mit welcher Arbeits-Geschwindigkeit in einem deutschen Bundesamt gearbeitet wird.
Eingebaut wurden im Mai 2010:
1 Gas-Brennwertkessel Vaillant Eco Chraft 240.0 KW,
2 Vaillant Warmwasserspeicher mit je 500 Liter Speicherinhalt,
2 Ecopower e.4.7. Vaillant Blockheizkraftwerk,
1 Ecopower Pufferspeicher mit 1000 Liter Speicherinhalt.
Für das Vaillant-BHKW wurden inklusive Installation 65.000 Euro bezahlt.
Was selten thematisiert wird, ist der Umstand, dass das BHKW allein gar nicht immer in der Lage ist, die erforderliche Heizungs- und Warmwasser-Energie für das Hotel aufzubringen. Mithin ist für die Heizungsspitzen und, wenn mal wieder die Vaillant-Anlage versagt, zwingend ein zusätzlicher Heizkessel erforderlich, der sogenannte Spitzenlastkessel, der natürlich munter Gas verbraucht, ohne Strom erzeugen zu können. Andererseits waren wir, die Hotelbesitzer, froh, dass der
zusätzliche Gaskessel vorhanden war, denn das BHWK-Vaillant-Wunderwerk stellte
mehrmals seine Arbeit ein, so dass man öfters das Hotel hätte schließen müssen.
Für den Spitzenlastkessel waren Spitzeninvestitionen in Höhe von 35.000 Euro
erforderlich, so dass die Gesamt-Installationskosten für die komplette Vaillant-
BHWK-Anlage im Hotel auf 100.000 Euro kam. Nun denn, die Anlage sollte ja
jährlich rund 7.000 Euro an Energiekosten einsparen, so dass sich die hohe
Investition, zumindest mal auf dem Papier, rechnete.
Zwischen Dichtung und Wahrheit
Hier nun die Bilanz einer extrem teuren Fehl-Investition:
Erzeugter Strom in 4 Jahren:
Soll nach Vaillant-Berechnung: 216.065 KW
Ist nach Hotel-Zähler: 105.150 KW
Nicht erreichte Leistung: 110.915 KW
Betriebsstunden in 4 Jahren
Soll nach Vaillant-Berechnung: 51.531 Stunden
Ist nach Hotel-Zähler: 37.829 Stunden
Nicht erreichte Betriebs-Stunden: 13.702 Stunden
Von den gasbetriebenen zwei Motoren werden zwei Generatoren angetrieben, die wiederum Strom erzeugen. „Versprochen gebrochen“, kann man nur sagen, wenn man die Bilanz betrachtet:
Soll nach Vaillant-Berechnung: 4,7 KW/h
Ist nach Strom-Zähler: 2,8 KW/h
Es fehlen also in jeder Betriebsstunde (!) rund 2 KW/h Strom. Die schriftlich vorgerechnete Energie-Kostenreduzierung konnte, wie dieses Praxis-Beispiel vom Hotel deutlich macht, überhaupt nicht erzielt werden. Mithin: Ecopower erweist sich zumindest im Düsseldorfer Hotel als lahme Ente.
Natürlich wurde, um ein problemloses Heizkraftwerk zu haben, ein Wartungsvertrag mit der Firma Vaillant abgeschlossen. Kosten jährlich ca. 2400 €. Trotz der teuren Wartung und der Fernüberwachung fiel die Anlage des Öfteren aus. Am 22.11. 2013, nach nur 17.251 Betriebsstunden, fiel das erste Gerät mit dem sinnvollen Namen „Master“ mit Motorschaden komplett aus und musste ausgetauscht werden. Es folgte am 18.03.2014, nach nur 16.601 Betriebsstunden, das zweite Gerät namens „Slave“. Auch in diesem Fall war es wieder ein veritabler Motorschaden, der das Triebwerk für immer zum Stillstand brachte.
Nach dem Austausch der Motoren durch die Firma Vaillant reduzierte sich die Stromleistung von prognostizierten 4,7 kWh auf nur noch 2 KWh bei einem Gasverbrauch von 5,684 KWh.
Da, wie man der vorliegenden Dokumentation leicht entnehmen kann, die prognostizierten Leistungswerte und Einsparungspotenziale nicht erreicht wurden, wurde natürlich auch die Geschäftsleitung der Firma Vaillant davon in Kenntnis gesetzt und um Stellungnahme gebeten. Mit Schreiben vom 18. Juli 2014 wurde den Hotel-Eignern folgendes mitgeteilt: „Da die Geräte alle zugesicherten Eigenschaften erfüllen, können wir eine Kostenübernahme nicht zustimmen.“ Was lehrt uns diese Aussage: Bei Vaillant kann man selbst einfache Grundrechnungen nicht durchführen, siehe dazu auch den Energie-Soll-Ist-Vergleich vom Hotel.
„Unseren täglichen Vaillant-Ärger gib uns heute.“ Nachdem die Hotelbetreiber, trotz der desolaten Eco-Power-Ergebnisse, 4 Jahre durchgehalten haben, wurde das komplette High-Tech-Gerät „Vaillant-Eco-Power“ am 3. April 2014 im Hotel abgeschaltet. Die Hotel-Eigner haben der Firma Vaillant angeboten, die Anlage wieder in Betrieb zu nehmen, wenn die Vaillant-Wirtschaftlichkeits-Berechnungen erreicht und garantiert werden.

heizerhermann
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Re: Mit Eco-Power in die Fehlinvestition/ BhkW

Beitrag von heizerhermann » 11.06.2015, 12:47

hallo heißluft
Betriebsstunden in vier Jahren- das Jahr hat 365 Tage x 24 h = 8760 Stunden, also bei Durchlaufen=35.040 h maximal in vier Jahren! Also muß der Vergleichszeitraum länger gewesen sein, das muß man schon datumsgenau wissen!
Das Vaillant-Gerät mit dem Mini-Motörchen ist im Vergleich zum Dachs von Senertec sein Geld nicht wert! 2kW weniger elektrische Leistung muß ja seinen Grund haben.
Wenn die den Fehler nicht finden, ist das ein Offenbarungseid darüber, daß sie vom Ecopower-Gerät keine Ahnung haben. Da würde ich schon mit juristischen Konbequenzen drohen und würde in Ihrem Fall ein Vergleichsangebot von Senertec einholen- vielleicht machen die Ihnen ja ein konkurenzloses Werbeangebot. Ich weiss nur, daß auch der Dachs seine Schwächen hat, diese in der Regel von Senertec behoben werden können!
MfG heizerhermann

Calenko
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Re: Mit Eco-Power in die Fehlinvestition/ BhkW

Beitrag von Calenko » 12.06.2015, 19:48

Hallo Heisseluft,

vorab ein kurzer Hinweis.
Der Gas und Strom/ Arbeit wird in kWh und die Leistung in kW gemessen.

Nach lesen Ihres Berichtes ( ohne die Verbrauchswerte zukennen) sieht es so aus als wenn der Pufferspeicher für 2 Eco 4,7 viel zu klein aus gelegt wurde.
Ein BHKW wird/ sollte immer in Verbindung mit einem SLK ( Spitzenlastkessel) geplant und eingebaut werden.
Desweiteren scheinen mit die Geräte ( warscheinlich wegen der Größe des Pufferspeiches) zu modulielieren. ( deswegen die 2 kWh Stromerzeugung)
Ich denke das die BHKWs viel zu klein dimensioniert sind. ( Mangels passenden Gerätes bei Vaillant 2010)
Bei Ihren 100 Zimmer benötigen Sie sicher > 300.000 kWh/a Strom und >700.000 kWh/a Gas.
Sinnvoll sicher BHKW > 15 kWel und > 30 kWth und ca 2. - 3.000 l Pufferspeicher damit der SLK im Sommer Pause hat

Wenn Sie mir Ihre Verbrauchsdaten mitteilen kann man schon ein Abschätzung machen.

Mit sonnigen Grüßen

Calenko

Heißluft
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Re: Mit Eco-Power in die Fehlinvestition/ BhkW

Beitrag von Heißluft » 13.06.2015, 14:16

Guten Tag Calenko,
die komplette Leistungsbilanz ließ sich leider nicht hochladen, wir schicken sie gerne zu. Dazu brauchen wir nur eine E-Mailadressse.

Calenko
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Re: Mit Eco-Power in die Fehlinvestition/ BhkW

Beitrag von Calenko » 14.06.2015, 21:56

Hallo Heißluft,

da ich noch nicht weiss Wie und ob in diesem Forum Persönliche Nachrichten versendet werden habe ich eine Mailadresse in meinen Mitgliederdaten unter Tätigkeiten hinterlegt.

Ich hoffe das geht so.

Mit sonnigen Grüßen

Calenko

Calenko
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Re: Mit Eco-Power in die Fehlinvestition/ BhkW

Beitrag von Calenko » 16.06.2015, 09:48

Hallo Heißluft,

bitte senden Sie mir Ihre Daten an
info(AT)calenberger-energie-kontor(Punkt)de



Dann sollte es klappen

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